Achtelmeile
Neustift
Bericht
von Günter Hromek:
4.
September - Einen Tag nach Punitz geht es mit der nur notdürftig reparierten
Kupplung (zerlegen, ins Ölbad tauchen und wieder zusammenbauen) 300 Kilometer
’gen Westen nach Neustift, Oberösterreich. Ich rechne mir wegen der Aussage
meines Vortag-Retters Rottensteiner („Vielleicht hält das Ding noch morgen,
aber die Beläge sind hinüber“) nur wenig Chancen aus. Und mit Jungtalent
Engelbert Woldrich auf der gleichen Maschine, also ebenfalls auf einer schnellen
12er Kawasaki, stellt sich mir eine mehr als schwierige Aufgabe. Zur Sicherheit
hab ich genügend Werkzeug mitgenommen, um eventuell in die Dinge eingreifen zu
können… Bereits am Vormittag stellt Woldrich die Sache vorerst klar: sämtliche
Zeiten von ihm sind unter der 7-Sekunden-Marke, und das gelang ein Jahr vorher
lediglich Woppi Windwarder, der an diesem Tag in Ungarn – übrigens
erfolgreich - um die Meisterschaft fährt – wie Rottensteiner auch. Mayr-Franz
ist ebenfalls vor Ort und lässt das begeisterte Publikum seine Pausen-Kunststücke
beklatschen. Und es sind nicht wenige an der Strecke: eine lt. Behörde
angegebene Zahl von 7000(!!!) Zusehern lässt die Veranstalter (die wieder, wie
ein Jahr vorher, auf die Zeitnehmung des Natternbacher Klubs zurückgreifen) jubeln.
Gut – es ist im nächsten Ort eine Großveranstaltung, und viele der dortigen
Gäste kamen „herüber“ zum
gemischten Event Autos/Motorräder des VW-Klubs „Schmaler Grad“.
Der
schnelle Franz auf seiner R1 will an diesem Tag „alles“, doch leider
verhindert ein kleiner Ausrutscher mit großen Folgen dieses Vorhaben: Der
Schalthebel ist nach 5 von 6 geplanten Läufen gebrochen, und das ergibt in der
Klasse bis 1000ccm nur den 2. Platz hinter Herbert Vierlinger, R1. Keine
Sensation ist es, dass in dieser Klasse eine 10er Kawa als schnellstes Bike des
Tages über die Ziellinie braust: Marco Dorfmeister wird zwar nur 5., die Höchstgeschwindigkeit
von knapp 188km/h lässt allerdings das Potenzial der Grünen erahnen…
Auch
einen Stockerlplatz erringt Lizenzfahrer Erwin Lang in der umkämpften
750er-Klasse: die ZX7R drängt sich zwischen Roland Kastler, Suzuki, (1.), und
den Drittplazierten Stöbich auf der gleichen Maschine.
Am spannendsten wird es jedoch bei den „Großen“: Trotz eines Reifenschadens (es entweicht zwischen den drei letzten Läufen immer ein wenig Luft aus Woldrichs 12er) knallt Engelbert eine Bestzeit nach der anderen auf den Asphalt. Meine Wenigkeit immer knapp dahinter. Vor dem letzten entscheidenden Lauf verpasse ich der Kawasaki eine kürzere Übersetzung – und das war es! Jetzt fahr ich auch nicht mehr in den Motor hineinhörend – mir ist alles egal. Fazit: Bestzeit des Tages und den alten Streckenrekord um knapp zwei Zehntel gekappt. Also mit dem hat der Oldboy nun schon gar nicht mehr gerechnet... Ich habe Mühe, überhaupt noch ins Fahrerlager zu kommen - egal: der Tag ist „gerettet“, und über den Winter hätte ich sowieso die Beläge getauscht. Ein Kompliment auch an die Veranstalter, die die schwere Aufgabe, Auto- und Motorradstarts zu koordinieren, hervorragend bewältigten, und an Woldrich Engelbert. Was wird es erst geben, wenn der junge Mann seine serienmäßige 12er einem Tuning unterzieht!? Die nächste Saison wird es zeigen... Ergebnisse: ergebnisse.xls